02. Sep 2026

SV Obrigheim vor der Premiere: Die Germanen sind bereit für die Landesliga
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte geht der SV Obrigheim in der Landesliga auf Punktejagd. Nach der Meisterschaft in der Bezirksoberliga wartet auf die Germanen eine neue sportliche Herausforderung. Dabei trifft der SVO auf neue Gegner, alte Bekannten und erwartet heiße Derbys.
Es war ein Saisonfinale, das den Germanen wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nach einer spannenden Spielzeit setzte sich der SV Obrigheim im Herzschlagfinale der Bezirksoberliga durch und sicherte sich die Meisterschaft. Damit war der größte Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte perfekt: Zum ersten Mal spielt der SVO in der Landesliga.
Viel Zeit zum Zurücklehnen blieb allerdings nicht. Nach dem letzten Saisonspiel Mitte April und einer unvergesslichen Mannschaftsfahrt fiel die Pause kurz aus. Bereits im Mai standen wieder regelmäßige Kraft- und Ausdauereinheiten auf dem Programm. Ende Juni gesellte sich auch der Ball wieder dazu.
Der Aufsteiger hat damit ausreichend Zeit, sich auf das neue Niveau einzustellen. Denn eines ist klar: In der Landesliga werden die Trauben höher hängen. Viele bekannte Gesichter warten, gleichzeitig betreten einige Mannschaften erstmals die Neckarhalle.
Bekannte Gegner und neue Herausforderungen
HSG Hohenlohe – ein bekanntes Gesicht
An die HSG Hohenlohe dürften sich die Germanen noch gut erinnern. Bereits in der Saison 2024/25 trafen beide Mannschaften aufeinander. Nach mehreren Auf- und Abstiegen in den vergangenen Jahren haftete der HSG lange das Image einer Fahrstuhlmannschaft an. In der vergangenen Saison konnte Hohenlohe dieses Image jedoch ein Stück weit ablegen.
Mit Platz vier wurde der Klassenerhalt souverän gesichert, gleichzeitig wurden sogar Ambitionen in Richtung Verbandsliga geweckt. Am Kader hat sich seit dem letzten Aufeinandertreffen wenig verändert. Angeführt wird die Mannschaft vom offensivstarken Janne Brußke. Insgesamt ist die HSG auf allen Positionen ausgeglichen besetzt.
SV Salamander Kornwestheim 2 – schwer einzuschätzen
Die Drittligareserve aus Kornwestheim war bereits in der vergangenen Saison in der Landesliga Staffel 2 unterwegs und kehrt nun in ihren Stammbezirk zurück. Mit Platz vier und 26:18 Punkten blicken die "Lurchis" auf eine starke Saison zurück.
Besonders gefährlich wird Kornwestheim, wenn der bundesligaerfahrene Peter Jungwirth aufläuft. Überhaupt ist die Mannschaft nicht immer mit demselben Kader unterwegs, was die Vorbereitung auf das Duell nicht einfacher macht. Welches Gesicht die Drittligareserve in der Neckarhalle zeigen wird, dürfte daher eine der spannenderen Fragen sein.
SG Degmarn-Oedheim – der nächste Anlauf Richtung Verbandsliga
Nach dem knapp verpassten Relegationsplatz dürfte die SG Degmarn-Oedheim mit großen Ambitionen in die neue Saison starten. Nach dem Corona-bedingten Klassenerhalt folgten zwei Aufstiege in Serie. Der damalige Ausflug in die Verbandsliga endete allerdings nach nur einer Saison.
Nun soll der dritte Anlauf gelingen wieder dorthin zukommen. Dafür wurde die Offensive noch einmal verstärkt. Mit Regionalliga-Neuzugang Luca Kazmeier, Rückkehrer Mert Darancik und Eigengewächs Yannik Volz steht reichlich Qualität zur Verfügung.
Dass es in der Neckarhalle etwas zu holen gibt, dürfte die SG allerdings aus der Vergangenheit anders kennen.
TSV Buchen – kleines NOK-Derby mit viel Erfahrung
Beim kleinen NOK-Derby wartet mit dem TSV Buchen eine Mannschaft, die vor allem von ihrer Eingespieltheit lebt. Trainer und Spieler sind seit vielen Jahren miteinander verbunden. Das merkt man insbesondere an der Abwehr: Die 3:2:1-Formation stellt Gegner regelmäßig vor schwierige Aufgaben.
Auch offensiv ist Buchen routiniert und ballsicher. Wer gegen die Grün-Weißen bestehen will, braucht deshalb Geduld, Konzentration und eine aggressive Abwehr. Das Derby soll in der Neckarhalle an einem Samstagabend stattfinden.
HSG Lauffen-Neipperg – ein Gegner mit guten Erinnerungen
Auch die HSG Lauffen-Neipperg ist kein unbekannter Gegner. In der Saison 2024/25 konnten die Germanen dem damaligen Bezirksmeister zweimal Paroli bieten.
Inzwischen hat sich bei den Zabergäuern einiges verändert. Ein neuer, sehr junger Trainer steht an der Seitenlinie, zudem wurde der Kader punktuell verändert. Allerdings müssen wichtige Lücken geschlossen werden: Der torgefährliche Linkshänder wird einen Großteil der Saison fehlen, Mittelmann Philipp Lang wird künftig nicht mehr auf dem Spielfeld, sondern auf der Tribüne Platz nehmen.
Handballregion Bottwar SG 2 – der Mitaufsteiger
Eine Saison ohne Niederlage – viel besser hätte es für die zweite Mannschaft der Handballregion Bottwar kaum laufen können. Mit einer beeindruckenden Konstanz sicherte sich HaBo 2 die Meisterschaft in der Bezirksoberliga Staffel 1.
Dabei war vor allem die Ausgeglichenheit der Mannschaft das große Plus. Ein Spieler ragte dennoch etwas heraus: Luca Degen. Der jüngste Spieler des Teams hat inzwischen den Sprung in den Verbandsligakader geschafft.
Ansonsten bleibt HaBo 2 eine sehr junge Mannschaft. Ob die Erfolgswelle auch eine Liga höher anhält, wird sich am 20. September um 18 Uhr in der Neckarhalle zeigen.
Für den SVO ist es ein ganz besonderes Spiel: das erste Landesliga-Heimspiel der Vereinsgeschichte. Im Duell der beiden Aufsteiger sollen die ersten Punkte möglichst in Obrigheim bleiben.
HA Neckarelz – Derbyfieber am Neckar
Dieses Duell braucht eigentlich keine große Ankündigung. Wenn die HA Neckarelz in Obrigheim gastiert, ist Derbyzeit.
An den Tagen des Hin- und Rückspiels dürfte die Neckarbrücke zwischen Obrigheim und Diedesheim wieder zum Pilgerweg für zahlreiche Handballfans werden. Während im Jugendbereich die Kräfte gebündelt wurden, geht es bei den Aktiven um nichts weniger als zwei Punkte und jede Menge Prestige.
Die Piranhas sicherten sich den Klassenerhalt in der vergangenen Saison ähnlich knapp, wie die Germanen den Aufstieg perfekt machten. Auch für Neckarelz dürfte daher zunächst der Ligaverbleib im Mittelpunkt stehen.
Ihre Stärke lag zuletzt insbesondere zwischen den Pfosten. Starke Torhüterleistungen bildeten häufig die Grundlage für einfache Tore über die erste und zweite Welle. Für den SVO wird es deshalb darauf ankommen, die Piranhas in den Positionsangriff zu zwingen und die eigenen Chancen konsequent zu nutzen.
Da sich beide Mannschaften bestens kennen, könnten im Derby Kleinigkeiten entscheiden. Eines ist ohnehin garantiert: Langweilig wird es nicht.
TSV Weinsberg 2 – Erinnerungen an einen gemeinsamen Aufstieg
Die junge Mannschaft vom Waibertreu verpasste den Aufstieg in die Verbandsliga erst in der Relegation. Dass es in dieser Saison im zweiten Anlauf klappen soll, dürfte entsprechend kein Geheimnis sein.
Mit dem TSV verbindet die Germanen eine besondere Geschichte. In der Saison 2023/24 stiegen beide Mannschaften gemeinsam auf, am Ende schnappte der SVO den Weinsbergern sogar noch die Meisterschaft vor der Nase weg.
Dass sich die Weinsberger Reserve dafür revanchieren möchte, ist zwar nicht ausgesprochen, dürfte aber zusätzliche Brisanz in die ohnehin heißen Duelle bringen. Um erneut die Nase vorn zu haben, müssen die Germanen vor allem gegen die körperliche Präsenz des TSV dagegenhalten.
SG Schozach-Bottwartal 2 – Oberligareserve mit Veränderungen
Die Oberligareserve der SG Schozach-Bottwartal schaffte den Aufstieg in die Landesliga knapp und konnte sich dort anschließend mit einem ausgeglichenen Punktekonto behaupten.
Inzwischen hat sich der Kader allerdings verändert. Mit Toptorschütze Eschbach und Mühlegg sind zwei wichtige Spieler in den Oberligakader aufgerückt. Ersatz wurde durch die Verpflichtung von Stellmacher aus Flein gefunden.
Team Neckar – ein Absteiger mit Ambitionen
Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga dürfte Team Neckar zum erweiterten Favoritenkreis gehören. Die Mannschaft vom Fuße des Käsbergs verfügt über reichlich Erfahrung und ist insbesondere über ihren großgewachsenen Rückraumspieler Malicki gefährlich. Sein Zusammenspiel mit dem Kreisläufer stellt die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder vor Probleme.
In Obrigheim war Team Neckar bislang noch nicht zu Gast. Die "Käsberg-Dynamites" werden schnell feststellen, dass in der Neckarhalle keine Punkte verschenkt werden.
HSG Leudelsbach – Klassenerhalt möglichst früh sichern
Die HSG Leudelsbach musste in der vergangenen Saison lange um den Klassenerhalt kämpfen. In der neuen Spielzeit soll das rettende Ufer möglichst früher erreicht werden.
Mit einem neuen Trainer auf der Bank und vielen bekannten Gesichtern auf dem Spielfeld bleibt die Aufgabe jedoch anspruchsvoll. Für die HSG ist der Auftritt in der Neckarhalle ebenfalls eine Premiere. Die Zuschauer dürfen sich auf ein Duell freuen, bei dem beide Mannschaften um wichtige Punkte kämpfen werden.
Jetzt wird es ernst
Mittendrin in der Vorbereitung arbeitet die Mannschaft von Trainer Robert Filipovic derzeit daran, sich für die erste Landesligasaison der Vereinsgeschichte fit zu machen. Die ersten Testspiele haben bereits gezeigt, wo die Mannschaft steht und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss.
Noch ist offen, wie sich der SVO auf dem neuen Parkett schlagen wird. Klar ist aber: Die Germanen haben sich diesen Aufstieg erarbeitet und wollen die Landesliga nicht nur als Abenteuer betrachten.
Der erste große Termin steht bereits fest: Am 20. September wartet der erste Landesliga-Heimspieltag in der Neckarhalle.
Zwei Jugendspiele bilden das Vorspiel, ehe um 18 Uhr Geschichte geschrieben wird.
Dann heißt es erstmals in einem Pflichtspiel: Landesliga in Obrigheim
Und die Germanen wollen dabei direkt zeigen, dass sie gekommen sind, um zu bleiben.