Interviewreihe mit Oliver Winter

14. Jul 2020

In der kommenden Runde übernimmt Oliver Winter das Traineramt beim SV Obrigheim gemeinsam mit Co-Trainer Dieter Sundermeier.

Um unseren Fans den neuen Herrentrainer vorzustellen, haben wir ihn interviewt. In diesem Interview stellt Oliver sich vor, erzählt uns von seinem Werdegang als Handballer, seine Einschätzung zu unserer Mannschaft und zur Liga. 


Wer ist Oliver Winter?

Ich bin 52 Jahre alt, bin glücklich verheiratet, handballbegeistert und stolzer Vater zweier Kinder, die beide in Heidelberg studieren. Meine größten Hobbys sind die Familie und Angeln.

Wie bist du zum SV Obrigheim gekommen?

Wie ich zum SV Obrigheim kam ist eigentlich relativ einfach und schnell zu erklären. 2012/2013 lernte ich Bernd Schneider über meine Funktion als Kreisauswahltrainer kennen. Er fragte mich damals schon innerhalb eines halben Jahres mehrere Male, ob ich mir denn vorstellen könnte, irgendwann mal das Zepter bei den Germanen schwingen zu wollen. Meine damalige Antwort war selbstverständlich nein, aber vielleicht später mal. 2018 dann der Durchbruch: Bernd fragte mich direkt als klar war bzw. bekannt gegeben wurde, dass der Trainer zum Ende der Saison sein Traineramt niederlegt und es dauerte auch nicht lange, ich brauchte relativ wenig Bedenkzeit und ich gab ihm dann schon zwei Wochen später meine Zusage. Und jetzt bin ich da, jetzt habt Spaß mit mir.

Was waren deine handballerischen Stationen bisher?

Meine bisherigen handballerischen Stationen muss ich in drei Kategorien aufteilen: als Spieler, als Schiedsrichter und als Trainer. Mit sieben Jahren erlernte ich das Handballspielen beim TV Hardheim und streifte mir durchweg bis 2001 das blau-weiße Trikot über. 2001 wechselte ich an die Tauber zu der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim und kam 2004 wieder zurück zum TV Hardheim und spielte noch zwei Jahre in der Landesliga. Danach bekam ich eine neue Aufgabe und war dann vier Jahre Spielertrainer bei der zweiten Mannschaft und durfte über diesen Weg die Ergänzungsspieler der ersten Mannschaft aufbauen. Als Schiedsrichter habe ich damals angefangen mit 16 Jahren zu pfeifen und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich heute noch auf dem Spielfeld zu sehen bin. Mittlerweile kennt uns glaube ich jeder. Mit meinem Sohn zusammen, Winter/Winter, sind wir eines der gefragtesten Schiedsrichterpaare weit und breit: In der badischen Landesliga wie auch beim HVW sind wir immer wieder gern gesehen und das tut uns auch richtig gut. Als Trainer war ich wie schon gesagt von 2006 bis 2010 Spielertrainer des TV Hardheim 2. 2011 übernahm ich die Kreisauswahl, machte dann auch den Trainerschein und habe dann durchweg die C-Jugenden des TV Hardheim betreut. Bis jetzt aktuell habe ich den starken Jahrgang 2003 bis in die B-Jugend betreut. Und jetzt wird meine neue Station der SV Obrigheim sein.

Was sind deine größten Erfolge als Handballer?

Meine schönsten und größten Erfolge als Handballer muss ich auch wieder in drei Kategorien unterteilen: Spieler, Trainer und Schiedsrichter. Als Jugendspieler haben wir in der B-, und A-Jugend durchweg in der Badenliga gespielt. Tatsächlich haben wir es einmal geschafft, die SG Leutershausen mit Namen wie Kunze, Holger Löhr und die Roth-Brüder, zu besiegen,17:16 damals in Hardheim. Das tolle daran war, dass sie zwei Monate später deutscher Meister wurden, aber wir konnten sicher sein, wir haben sie geschlagen. Als Erwachsener sind wir 1991 in die badische Oberliga aufgestiegen, wo wir dann auch durchweg unterwegs waren. 2001 wechselte ich dann an die Tauber zu der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim, wo wir 2002/2003 in die Baden-Württembergische Oberliga aufgestiegen sind, was damals mit der dritten Liga gleichzusetzen ist, weil es noch keine dritte Liga gab. Das war wirklich auch mein Highlight in meiner Karriere, wo ein ganzes Dorf auf den Kopf gestellt wurde, es wurde gefeiert, ich glaube eine ganze Woche lang, aber es war eine schöne Zeit. Als Trainer, wie vorhin schon angesprochen, konnte ich mit der zweiten Mannschaft von 2005 bis 2007 zweimal aufsteigen. 2009/2010 konnten wir erneut aufsteigen. Das hat richtig Spaß gemacht, die zweite Mannschaft aufzubauen. 2011 habe ich dann den Trainerschein gemacht, habe die männlichen C-Jugenden vom TV Hardheim übernommen und habe jetzt auch die aktuelle B-Jugend mit dem starken 2003er Jahrgang abgegeben. 2017/2018 führte ich die C-Jugend zum Landesligameister und der wohl größte Erfolg mit diesem Jahrgang war der Aufstieg in die badische Oberliga, wo man dann sieht, wie richtig Handball gespielt wird. Die Jungs haben es toll gemacht und ich habe mich auch riesig gefreut. Das dritte ist meine Schiedsrichtekarriere. Ich habe damals mit 16 Jahren angefangen zu pfeifen. Und hatte einen sehr guten Partner. Was viele nicht wissen: wir hatten, als ich 22 war, das war so um 1990/1991, die absolut besten Werte im süddeutschen Handballverband. Wir hatten die besten Beobachtungen und waren auf Platz eins gestanden. Wir hätten nur ja sagen müssen und hätten in der Bundesliga gepfiffen. Leider musste sich mein Partner berufsbedingt zurückziehen und ist mit seiner heutigen Frau nach Holland gezogen. Dadurch wurden die Wege zu weit und so war für mich die Bundesliga auch im Schiedsrichterbereich gestorben. Macht aber nichts, es gefällt mir auch heute noch unglaublich, Jugenden zu pfeifen und vor allem auch im HVW und BHV Bereich. Und ich glaube man sieht es mir auch an, dass ich gerne pfeife.

Was weißt Du schon über Obrigheim, den Ort und den Verein und wie sind deine ersten Eindrücke?

Das ist eine gute, aber auch eine gefährliche Frage, aber ich spule einfach mal los: Atomkraftwerk, Gewichtheber, Oliver Caruso, Handballer, Bunker, Bernd Schneider (Mr. Obrigheim), Neckar und große Waller. Meine ersten Eindrücke in Obrigheim sind sehr gut, ich wurde von der Vorstandschaft mit offenen Armen empfangen. Es gab schon eine Mannschaftssitzung mit Abstand, wo wir uns ganz kurz ausgetauscht haben. Ich bin mir hundertprozentig sicher: Da geht was.

Du hast einige Spiele der letzten Saison live oder auf Video gesehen. Wo siehst Du die Stärken und Schwächen der Mannschaft?

Natürlich habe ich nur Stärken gesehen. Darauf werden mein Co-Trainer Dieter Sundermeier und ich aufbauen. Schwächen? Das müssen schon die Trainer der gegnerischen Mannschaft herausfinden, das ist nicht meine Aufgabe.

Was reizt dich an der Aufgabe in Obrigheim?

Ehrlich gesagt reizt mich die Mischung aus jungen Wilden und älteren Erfahrenen. Meine Aufgabe wird sein, die Mannschaft so zu formen, dass sie Woche für Woche Bestleistungen abliefert.

Was sind deine Ziele für die kommende Saison?

Saisonziel ist ganz klar ein besseres Abschneiden als letztes Jahr und selbstverständlich immer wieder die großen Aufstiegsanwärter ärgern. 

Auf was darf sich unser Publikum in der nächsten Spielzeit freuen?

Dass ich noch nicht alles preisgeben kann und will, sollte wohl jedem klar sein. Auf jeden Fall lohnt es sich die Heimspiele wie auch die Auswärtsspiele der neuen Germanen zu besuchen, da unser Spiel auf alle Fälle ideenreicher und frischer wird.

Wie schätzt du die aktuelle Liga ein? Wagst du einen Meisterschaftstipp?

Was ich bisher auf Video oder als Schiedsrichter gesehen habe, davor habe ich überhaupt keine Angst, das heißt wir werden auf jeden Fall die Klasse halten. Wundertüten in der Liga sind natürlich immer wieder die zweiten Mannschaften wie Flein und Horkheim, die den ein oder anderen Jugendspieler einsetzen werden. Deswegen würde ich zu den Meisterschaftsanwärtern ganz klar Flein und Horkheim zählen.

Welche Schlagzeile würdest du nach dem letzten Spieltag gerne in der Zeitung lesen?

Die wohl coolste Headline wäre wohl, wenn in der Zeitung stehen würde: „Die Germanen feiern mit den besten Fans der Liga ein weiteres Jahr Bezirksligazugehörigkeit.“

 

Lieber Oli, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, um dich mit diesem Interview unseren Fans vorzustellen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind felsenfest davon überzeugt, dass du der absolut richtige Mann für diesen Posten bist. Natürlich fiebern wir dem Rundenstart entgegen und freuen uns, wenn endlich wieder Bälle in der Neckarhalle fliegen.

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